Geschichte

Der historische Hintergrund

1957 ersteigerten visionär denkende Mitglieder der Bayerischen Jungbauernschaft die damalige Grainauer Tanzgaststätte der Bobfahrer-Legende Anderl Ostler. Der Immobilienerwerb wurde vom neu gegründeten Verein "Heimstätte der Bayerischen Jungbauernschaft e.V." ausgeführt, der bis heute als gemeinnütziger Trägerverein der Jungbauernschule agiert. Damit war der Grundstein für die vielfältige Bildungsarbeit im Seminarhaus Grainau gelegt. Alle neun Gründungsmitglieder waren führende Kräfte in der Bayerischen Jungbauernschaft.

Somit ist die Jungbauernschule (mit heutigem Namen: Seminarhaus Grainau) zu 100% aus der Bayerischen Jungbauernschaft e.V. entstanden. Neben Junglandwirten sind heute viele junge Menschen Mitglieder der Bayerischen Jungbauernschaft die nicht (mehr) aus der Landwirtschaft kommen...
Eine Folge des fortschreitenden Strukturwandels, auch innerhalb der 1953 gegründeten Bayerischen Jungbauernschaft.

Die Gründungsmitglieder der Jungbauernschule waren (in alphabethische Reihenfolge):
Toni Beck, Sepp Gaar, Franz Hummel, Rupert Linder, Simon Nüssel, Paul Röhner, Hermann Walz,
Theo Weiler und Josef Zandt.
Auch heute besteht der Trägerverein ausschließlich aus Privatpersonen, die sich innerhalb der Jungbauernschaft verdient gemacht haben.

Theo Weiler (Schulleiter von 1958 bis 1981) gelingt es den Bildungsbetrieb aufzunehmen und auszubauen. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Jungbauernschaft. Eine hohe Identifikation der Mitglieder der Jungbauernschaft ist bis zum heutigen Tag erkennbar. Dies äußerte sich immer schon durch eine hohe Belegungsrate aus den Kreisen der Jungbauernschaft, aber auch durch aktive Mitarbeit bei Umbaumaßnahmen, einfallsreichen Spendenaufrufen und der Erteilung von zinslosen Darlehen für Investitionen von z.B. Ortsgruppen. So entwickelte sich in Grainau ein gemeinnütziges Bildungshaus,
das zum einen in die Arbeit der Jungbauernschaft hineinwirkt, anderseits aber auch außerhalb der Landjugend Bildung für Menschen im ländlichen Raum anbietet. Diese gemeinnützige Bildungsarbeit wurde und wird staatlich unterstützt und anerkannt.

1970: Gründungsmitglied Simon Nüssel übergibt nach erfolgreicher Arbeit den Vorsitz des Heimstättenvereins an Hermann Reitmayr.

1974: konnte das benachbarte Gästehaus Maria Theresia erworben werden. Es wurde 1979 völlig abgerissen. Auf dem Grundstück entstand ein neuer Gebäudeteil, in direkter Verbindung zum Hauptgebäude mit dem ursprünglichen Tanzsaal.

1981: Theo Weiler geht in den wohlverdienten Ruhestand. Andreas Hildebrandt tritt an seine Stelle. Er kann die erfolgreiche Arbeit von Herrn Weiler fortsetzten und es gelingt ihm, den durch den Bau entstandenen hohen Darlehensbestand zu verringern.

1990: Andreas Hildebrandt kandidiert als Bürgermeister von Grainau und scheidet als Schulleiter aus.

1992: Hermann Reitmayr gibt nach 22 Jahren erfolgreicher Vorstandsarbeit den Vorsitz an Herrn Georg Schwojer weiter.

1993: Reiner Schmelz übernimmt die Schulleitung

1993: Die ursprüngliche Tanzgaststätte wird entkernt, eine Zwischendecke eingezogen und mit modernen Zimmern völlig neu aufgebaut.

2000: Der Neubau aus dem Jahr 1979 wird saniert und den gestiegenen Ansprüchen der Gäste angepasst.

2004: das Nachbarhaus wird als "Villa Wetterstein" in Form eines Selbstversorgerhauses in die Arbeit des Bildungszentrums eingegliedert. Dies gelingt mit Unterstützung des Bayerischen Bauernverbandes und vor allem des Landwirtschaftlichen Buchführungsdienstes der Bayerischen Jungbauernschaft e.V.

Es ist bezeichnend, daß die ursprüngliche Satzung im Wesentlichen bis heute gültig ist. Dabei hat sich die pädagogische Arbeit der Einrichtung ständig erweitert und aktuellen Anforderungen angepasst.
Unser ganzheitlicher Bildungsansatz mit Hand, Herz und Verstand wird auch in unserem Leitbild deutlich. Gleichzeitig verstehen wir unser Haus als Begegnungshaus, in dem Austausch stattfinden soll: zwischen verschiedenen Generationen, zwischen Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten, Regionen und Ländern über die Grenzen Europas hinaus.

In diesem Sinn sind wir den Gründungsvätern verpflichtet, die diese Aufgabe  zum Wohle des Einzelnen und der Gesellschaft als Gesamtheit, begonnen haben.

"Mehr Ausblick und Einblick"
Bildung & Erlebnis an der Zugspitze